„Ich gang zum Saner.“

Nomen est omen, vermittelt eine Redewendung. Ist der Name „Saner“ auch Programm oder ein Zeichen? Verena Jäschke begibt sich auf die Spuren von Dominik Saner, dem Apotheker, der im Frühjahr 2012 gleich drei Apotheken in der Region seinen Namen gibt. Sie zeichnet ein Porträt des Mannes, dem die Pharmazie nur in Verbindung zur Naturheilkunde Faszination und Herausforde­rung ist und der in seinen Apotheken ein umfassendes Sortiment an komplementär­-medizinischen Arzneimitteln aufbaut.

Man könnte sagen, ihm ist der Apothekerberuf in die Wiege gelegt. Denn er ist Apotheker in der dritten Generation. Schon sein Grossvater führte zeitlebens eine Apotheke in Laufen. Und keine beliebige – Grossvater Saner stand im Ruf, einen besonderen Hang zur Natur zu haben. Dieser Ruf ging und geht heute noch weit über das Laufental hinaus. „Ich gang zum Saner.“, heisst es. Der Grossvater hatte ein Händchen für die Naturheilmittel. Das war nicht so üblich in jener Zeit.
Das merkt auch Dominik Saner während seines Pharmaziestudiums in Basel. Im Verlauf der Ausbildungsjahre ist er latent unzufrieden, zu stark liegt der Schwerpunkt auf der klassischen Pharmazie. Spannend ist für ihn das Studium der Heilpflanzen. Fasziniert studiert er die Beziehung zwischen Heil- und Giftpflanzen und das Wissen um die mögliche Heilkraft der Giftpflanzen. Und so erarbeitet er sich nach dem pharmazeutischen Studium zusätzlich die Klassische Homöopathie und legt die Prüfung zum Naturarzt ab.

Zurück an den Ort der Kindheit

Aufgewachsen ist Dominik Saner in Basel, an der Inneren Margarethenstrasse. Die Markthalle prägt als Bild seine Kindheitserinnerungen. Dass er nun mit seiner Apotheke nach 20 Jahren an diesen Ort zurückkehrt, lässt bei ihm Heimatgefühle aufkommen. Die Gegend ist vertraut, hier spürt er seine Wurzeln. So ist er begeistert, dass jetzt die Basler Apotheke im Verbund mit dem Ita Wegman Ambulatorium am spannenden Ort Markthalle entsteht.
Sein Vater, zwar ebenfalls Apotheker, aber in der Industrie tätig, half früher samstags in der väterlichen Apotheke in Laufen aus. Meist war Dominik, der älteste von insgesamt sieben Enkeln, mit dabei. Er erinnert sich noch deutlich an das Hochwasser von 1973. Stundenlang sass er im Keller der Apotheke und putzte die Fläschchen.
Der Grossvater hat die Vision, dass einer der Enkel seine Apotheke übernehmen wird. Er lebt einen möglichen Weg vor, die Pharmazie mit der Naturheilkunde und der Eigenherstellung zu verbinden. Das fasziniert den jungen Dominik Saner sehr. In der Schulzeit begeistert er sich hauptsächlich für die naturwissenschaftlichen Fächer. Deshalb steht als Studienfach die Mikrobiologie lange Zeit an erster Stelle. Am liebsten möchte er in die Forschung gehen. Doch eines lässt diesen Wunsch wanken: Er will näher an den Menschen sein, er will mehr mit Menschen zu tun haben. Die Pharmazie zeigt sich ihm als möglicher Weg.
Die Apotheke in Laufen weiterzuführen – diese Option begleitet ihn viele Jahre. Doch noch während des Studiums ist für den Grossvater klar, dass der Enkel in der Apotheke zunächst den Assistentenpart übernehmen soll – für den jungen Mann keine wirkliche Perspektive. Er ist drei Jahre lang in verschiedenen Apotheken tätig. Als 1993 der hochbetagte Grossvater doch endlich die Apotheke in jüngere Hände geben muss, beflügelt das den Entscheid Dominik Saners, die Apotheke in Laufen zu übernehmen.

Ein Netzwerk entsteht

Aus dem Interesse für die Heilpflanzen heraus nähert sich Dominik Saner der Weleda an. Eine Zusammenarbeit entsteht und durch diese ein besonderes Interesse an der Anthro­posophischen Medizin und Pharmazie. Das bildet die Basis für intensivere Kontakte zwischen der Weleda, der Ita Wegman Klinik und der Saner Apotheke und führt zu einem gemeinschaftlichen Engagement in der Arlesheimer Birseck Apotheke. Seit 2006 betreiben die genannten Institutionen diese gemeinsam.
Von Anfang an steht die Idee im Vordergrund, die Komplementärmedizin in der Region, besonders die Anthroposophische Medizin, zu fördern. Aus diesem Impuls resultiert letztlich der Schritt von Dominik Saner, in der Region zwei weitere komplementärmedizinische Apotheken zu gründen: „Wir wollen eine Apotheke schaffen, in der der Mensch eine echte Wahl hat zwischen Schul- und Komplementärmedizin.“ Die Menschen, die in die Apotheke kommen, sollen aktiv selbst bestimmen. Natürlich werden sie beraten, aber der Entscheid, welche Art Medizin sie wählen, soll bei ihnen bleiben.
So kann die Eigenverantwortung des Menschen für seine Gesundheit gefördert werden. Und zwar auf Augenhöhe. Das braucht Mitarbeitende, die entsprechend ausgebildet sind, denn diese haben eine wichtige Rolle. „Wir schaffen eine entsprechende Kultur, die die Organisation durchdringen und auch für den Kunden erlebbar sein soll“, erläutert Dominik Saner seinen Ansatz. Nicht umsonst hat er sich über zwei Jahre in Organisationsentwicklung ausgebildet. Das kommt den Menschen in den Apotheken nun sicher zugute – auf beiden Seiten der Theke.

Weites komplementärmedizinisches Sortiment

Nach 20 Jahren fokussiert Dominik Saner seine Tätigkeit neu, jetzt entsteht sein eigentliches Lebenswerk. Für sein neues Projekt schliesst er die Epoche in Laufen ab und übergibt seine dortige Apotheke in andere Hände. Nun kann er Neues aufbauen. Die Entwicklungsarbeit mit seinen Mitarbeitenden, das Netzwerk mit der Ita Wegman Klinik und der Weleda und viele andere Faktoren ermöglichen es. Dominik Saner sieht sich dabei in der Rolle als Geburtshelfer und Entwicklungsbegleiter. Es ist sein Name, der dahintersteht, aber es sind viele Schultern, die das gesamte Projekt tragen.
An den drei Standorten Arlesheim, Dornach und Basel wird ein grosses Sortiment an komplementärmedizinischen Arzneimitteln angeboten. „Wir wollen damit der wichtigste komplementärmedizinische Anbieter in der Region sein“, verrät Dominik Saner.
Eine Idee lässt ihn nicht los: die beiden wesentlichen Bedürfnisse der Menschen nach Transparenz und Diskretion miteinander zu verbinden. So wird in den Apotheken eine Art Bühne für ganzheitliche Pharmazie geschaffen, zum Beispiel mit einem einsehbaren Mischraum. Die Apotheke wird transparent gestaltet und ermöglicht Einblicke in die Tätigkeit des Apothekers. So darf man zusehen, wie in einer kleinen Manufaktur Heilmittel ad hoc hergestellt beziehungsweise gemischt werden.

Gesundheit ist weiblich

Sprachlich zeigt sich das im entsprechenden Artikel. Aber darüber hinaus lässt sich beobachten, dass es meistens die Frauen sind, die sich mit Gesundheitsthemen beschäftigen und die für die Gesundheit ihrer Familien besorgt sind. Gerade auch die Komplementärmedizin ist ein Thema, das zumeist Frauen anspricht. Insofern ist Dominik Saner interessiert daran, eine „weibliche Apotheke“ zu schaffen. Das wird sich im Ambiente der Apotheken zeigen, entsprechend arbeitet er mit einer Innenarchitektin zusammen. Zudem sind 95 % seiner Mitarbeitenden Frauen.
Was bereits heute in seiner Arlesheimer Apotheke angeboten wird, hat sich in den letzten 20 Jahren aus seinen Erfahrungen als Apotheker und praktizierender Naturarzt entwickelt. Im Laufe des vergangenen Jahres konzentrierte sich Dominik Saner auf die Realisierung seiner Vision einer ganzheitlichen Apotheke und bereitete mit seinem Team die Eröffnung von zwei neuen Apotheken vor. In der Apotheke am Bahnhof Dornach wird es ein niederschwelliges Angebot einer naturheilkundlichen Fachberatung geben. Dann kann er wieder in beiden Berufen tätig sein.
Der Name Saner heisst auf Lateinisch soviel wie „Ich soll geheilt werden.“ Und so kann es also auch weiter heissen: „Ich gang zum Saner.“ Nun eben nicht in Laufen, sondern in Arlesheim, Dornach und Basel.

Autoren22

Fachperson Dominik Saner Staub
Arbeitsschwerpunkte Offizinapotheker FPH und kant. appr.
Naturarzt, 1982 – 1988 Studium der Pharmazie in Basel, 1997 kantonale Naturärzteprüfung, 1993 – 2010 eigene Apotheke in Laufen,
2006 Mitbesitzer der Birseck Apotheke Arlesheim,
2010/2011 OE-Lernstatt bei
Mira Companions
Kontakt Saner Apotheke AG
Viaduktstrasse 12
4051 Basel
dominik.saner@saner-apotheke.ch

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