Das Privileg der Veränderung

Lie­be Lese­rin, lie­ber Leser

Es ist seit jeher das Pri­vi­leg der Jugend, die Welt der Er­wachsenen in Fra­ge zu stel­len, sich davon abzu­gren­zen und sie mit neu­en Ide­en und Impul­sen zu ver­än­dern. Heu­te wäre die­ses Pri­vi­leg wich­ti­ger denn je. Denn die Welt droht, voll­ends aus den Fugen zu gera­ten im unab­läs­si­gen Stre­ben nach immer mehr, immer schnel­ler, immer ober­fläch­li­cher und immer uner­bitt­li­cher.

Wie aber soll aus­ge­rech­net die Jugend ihr Pri­vi­leg der Ver­än­de­rung anders wahr­neh­men, als vie­le die­ser Fehl­ent­wick­lun­gen erst recht zu über­stei­gern? Stun­den­lan­ger Kon­sum von abstump­fen­den Fern­seh­pro­gram­men und Com­pu­ter­spie­len, unab­läs­si­ges Kom­mu­ni­zie­ren in der vir­tu­el­len Welt der Smart­pho­nes und Com­pu­ter­netz­wer­ke, Par­ty-Fei­ern bis zum Abwin­ken, Rauschtrin­ken bis zum Exzess, Van­da­lis­mus und gedan­ken­lo­ses Lit­te­ring oder über­stei­ger­te Schlank­heits- und Schön­heits­idea­le bis hin zur ­Selbst­kasteiung – all dies sind medi­en­träch­ti­ge Aus­wüch­se unse­rer moder­nen Konsum­welt, auf die gera­de die jun­ge Genera­ti­on anspricht und die vie­le immer frü­her aus­le­ben, anstatt sie in Fra­ge zu stel­len.

Immer­hin hal­ten uns unse­re Kin­der und Jugend­li­chen damit Spie­gel vor, in denen wir hof­fent­lich erken­nen, dass letzt­lich wir Erwach­se­ne für die­se Fehl­ent­wick­lun­gen ent­schei­dend mit­ver­ant­wort­lich sind und wie sehr gera­de wir her­aus­ge­for­dert sind, Gegen­steu­er zu geben.

Dazu will die vor­lie­gen­de Quin­te Anstös­se geben. Ihre Bei­träge sind von Ärz­tin­nen und Ärz­ten der Ita Weg­man Kli­nik geschrie­ben, die sich schon seit lan­gem täg­lich mit den Sor­gen und Nöten, aber auch mit den Ent­wick­lungs­po­ten­zia­len von Kin­dern und Jugend­li­chen aus­ein­an­der set­zen. Sie tun dies vor dem Hin­ter­grund der Anthro­posophie, die seit bald 100 Jah­ren wich­ti­ge gesellschaft­liche Akzen­te setzt – im Hin­blick auf eine Päd­ago­gik, die den Bedürf­nis­sen von Kin­dern und Jugend­li­chen gerecht wer­den will, im Hin­blick auf eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung auf der Basis gesun­der Lebens­mit­tel oder im Hin­blick auf eine Medi­zin, die den Men­schen als Ganz­heit von Kör­per, See­le und Geist ver­steht und die Selbst­hei­lungs­kräf­te des Orga­nis­mus bewusst mit ein­be­zieht.

Las­sen Sie sich davon inspi­rie­ren und set­zen Sie Ihrer­seits posi­ti­ve Impul­se, damit mög­lichst vie­le Kin­der und Enkel­kin­der in gesun­den Sozi­al- und Fami­li­en­struk­tu­ren auf­wach­sen, hin­ein in eine intak­te Welt, in der sie sich an den Wun­dern der Natur erfreu­en und ihre Krea­ti­vi­tät und Ent­de­ckungs­freu­de har­mo­nisch aus­le­ben kön­nen. Sie wer­den so – manch­mal auch auf gewis­sen Umwe­gen – zu jenen Jugend­li­chen her­an­wach­sen, wel­che der Welt wie­der das zu schen­ken ver­mö­gen, was ihr fehlt und was sie drin­gend benö­tigt.
Die­ser Wan­del hin zu einer neu­en Erde ist zwar weit weni­ger in den Schlag­zei­len, aber er hat im Stil­len bereits begon­nen. Und ver­ges­sen wir nicht: Die Jugend ist auch in dem Sinn unse­re Zukunft, als wahr­schein­lich auch wir Erwach­se­ne der­einst wie­der ein­mal jung sein wer­den.

Autoren12Im Namen der Redak­ti­on
Dr. oec. Hans-Peter Stu­der
Gesund­heits­öko­nom

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