Anwendung von Überwärmungsbädern bei chronisch entzündlichen Erkrankungen

Das Wirkungsprinzip der Hyperthermie (Überwärmung) besteht in der Wärmestauung. Bei der Ganzkörper-Hyperthermie im „Heckel-Bett“ (vgl. Artikel von A. Spieth) geschieht das durch Infrarot-Bestrahlung. Beim Überwärmungsbad wird dem Körper durch das Wasser Wärme zugeführt, gleichzeitig ist die Wärmeabgabe unterbunden, da die Körperoberfläche fast vollständig von Wasser bedeckt ist.

Ein fieberähnlicher Zustand entsteht, der im Organismus vielfältige physiologische Wirkungen auslöst. So werden die Durchblutung gefördert, Stoffwechselprozesse beschleunigt, das Immunsystem angeregt, die Regeneration unterstützt. Auf seelisch geistiger Ebene wiederum kann eine konfliktlösende, entspannende und stimmungsaufhellende Wirkung sich entfalten, die dem Patienten hilft, seine individuelle Lebenssituation neu zu ergreifen.

Überwärmungsbäder sind in erster Linie angezeigt bei Störungen des Wärmeorganismus, insbesondere wenn der Patient nicht richtig warm wird sowie bei mangelnden Abwehrkräften. Bei chronisch entzündlichen Erkrankungen, zum Beispiel der Gelenke, Blase, Atemwege gibt es gute Erfahrungen mit dieser Therapieform. Dabei wird das Bad nie in einer akuten Phase angewandt. Bei Tumorerkrankungen unterstützt das Überwärmungsbad die Gesamtbehandlung. Auch bei bestimmten Formen seslischer Erkrankungen wie Depressionen und Zwangsstörungen (auch Anorexie) sind Überwärmungsbäder geeignet.

Sie sollten nur auf Verordnung eines damit vertrauten Arztes durchgeführt werden. In Frage kommen sowohl Einzelanwendungen als auch Serien von mehreren Bädern, wobei Zeitdauer und Temperatur im Verlauf der Anwendungen gesteigert werden können. Diese Therapieform ist sehr aufwendig in der Durchführung und mit entsprechenden Kosten verbunden. Bezüglich Kostenübernahme empfiehlt sich eine vorherige Abklärung bei der Krankenkasse.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.