Was Wärme eigentlich ist und wie sie sich – unter veränderten Umständen – verhält, hat die Menschen seit jeher beschäftigt. Nicht umsonst gilt die Entdeckung des Feuers als Angelpunkt in der Entwicklungsgeschichte des Menschen. Wärme ist beileibe nicht immer Wärme. Sie hat viele „Gesichter“, wird auch ganz individuell empfunden. Ein paar Menschen, im gleichen Raum anwesend, empfinden die zwar durchaus objektivierbare Temperatur in der Regel ganz unterschiedlich. Den einen ist es zu warm, den anderen zu kühl. 20 Grad im Kuhstall, in der mit Holz beheizten Stube oder an der Sonne fühlen sich ungleich an.
Kupfer – das Wärmemetall
Seit alters her hat sich der Mensch die Speicherkapazität (das Vermögen, Wärme zu speichern) und Leitfähigkeit (Wärme weitergeben) verschiedener Materialien zunutze gemacht.
So etwa gilt Kupfer als das Wärmemetall schlechthin. Diesen Ruf verdankt es seiner hervorragenden Wärme- und Leitfähigkeit. Kein anderes natürliches Element vermag Wärme so schnell und unverbraucht weiterzugeben wie Kupfer. Es ist ausserdem – in kaltem Zustand – gut schmied-, zieh- und formbar.
Kupfer trifft man auf unserer Erde als Bodenschatz recht häufig an. Es lässt sich auch relativ leicht abbauen. Das ist auch der Grund dafür, dass es uns trotz seiner Schönheit und breiten Verwendbarkeit recht kostengünstig zur Verfügung steht.
Kupfer findet überall dort Verwendung, wo Wärme verbunden, überbrückt, zugeführt oder ausgeglichen werden soll. Im stofflichen, wie auch im feinstofflichen Bereich findet es - zum Schutz und zur Förderung des Lebens – mannigfache Verwendung. Dass es als ausgesprochen witterungsbeständig und fest gilt, andererseits dynamisierend und ausgleichend wirkt, trägt entscheidend zu seinem guten Ruf bei.
Meister im Geben und Nehmen
So wie Kupfer nach aussen als guter Leiter und hervorragender Wärmespender bekannt ist, zeigt es auch „innerlich“ ein ganz spezifisches Verhalten gegenüber der Wärme. Das zeigt sich, wenn man es bearbeitet. Wie kein anderes Metall reagiert es auf rhythmisches Überhämmern, indem es sofort Wärme abgibt. Im Gegensatz zu Eisen lässt es sich aber nicht glühend schmieden, da es zu schnell die aufgenommene Wärme wieder abgibt. Seine, im Vergleich zu anderen Metallen, relativ hohe spezifische Wärmekapazität steht eigentlich im Widerspruch zu diesem Phänomen. Denn entweder speichert ein Element Wärme, oder es gibt sie sofort weiter. Dass Kupfer beide Eigenschaften in sich vereint, gibt ihm inner-halb der anderen Metalle diese ganz besondere Stellung.
Wärme wird einerseits als Zustand bewahrt, andererseits aber auch unvermittelt an alles in der Umgebung abgegeben, was kühler ist. Daraus entsteht ein einmaliger Wärmekreislauf.
Bringt Wärme zum Fliessen
Halten wir zum Beispiel eine Kupferkugel in der Hand und ist diese etwas kühler, setzt sofort ein Wämefluss zur Kugel hin ein. Da sie die aufgenommene Wärme aber gleich wieder abgibt, wird unsere Hand rückgewärmt. So entsteht ein Wärmeaustausch zwischen Hand und Kugel, der sich nach und nach über den ganzen Arm ausbreitet.
Hält man eine vorgewärmte Kugel in der Hand, entsteht derselbe Kreislauf wie eben beschrieben – nun in umgekehrter Richtung. Diese Dynamik macht im wesentlichen den besonderen Charakter von Kupfer aus.
So etwa kann bei dauernd kalten Händen ein Armreif aus Kupfer, der nachts getragen wird, den Wärmeprozess so anregen, dass die Hände auch während des Tages deutlich wärmer bleiben.
Auch im Bereich der Füsse und Beine ist die Wärme, die uns in diesem Fall Kupfersohlen vermitteln, nicht nur sehr wohltuend, sondern verbessert auch noch unseren Kontakt zur Erde.
Soll Wärme der Entspannung vor Massagen oder Bewegungstherapien dienen, eignen sich vor allem speziell geformte und überhämmerte Platten, die vorgewärmt an gewünschter Stelle unterlegt werden. So sind im therapeutischen Bereich eine ganze Reihe von Anwendungsmöglichkeiten bekannt.
Betrachten wir rückschauend die Eigenschaften, die Anwendbarkeit und die Schönheit des Kupfers, so wird verständlich, dass dieses Metall der Venus als dem mütterlich-weiblichen Prinzip im Schöpfungsganzen zugeordnet wird.