Heft 6 / Sommer 2003
Schwerpunktthema: Kälte und Wärme


Nicht abhärten gegen Kälte, sondern aufweichen

Wer sich in der Jugend gegen Kälte abhärtet, verträgt im Alter die Wärme nicht mehr. Wer sich umgekehrt in der Jugend für Wärme aufweicht und gezielt übt, viel Wärme zu ertragen, verträgt im Alter Hitze und wird nicht arteriosklerotisch.





Die Sünden der Jugend, der Ruin des Wärmeorganismus, rächen sich im Alter mit chronischer Untertemperatur, mit Insuffizienz des Kreislaufs, mit dem Unvermögen, durch eine fiebrige Reaktion zurückgebliebene Stoffwechselprozesse aufzuholen, mit Arteriosklerose, mit Rheuma und unkontrollierten Wucherprozessen. Der Schlüssel zur Gesundheit ist die seelische und körperliche Aufweichung für äusserliche und zwischenmenschliche Wärme. Ein richtiger Mann ist einer, der viel Wärme erträgt, der es auch wagt, seelenwärmende Worte auszusprechen. Dies braucht viel mehr Mut als das Vorleben zwischenmenschlicher „Coolheit“.

Vom Umgang mit der Wärme
Mein Rat: Trainieren Sie sich im Tragen von etwas zu warmer Kleidung, tragen Sie einen Pullover zu viel, warme Unterhosen, Strümpfe und wollene Socken. Zuerst werden Sie schwitzen, dann aber wird der Kreislauf die Wärme immer besser zu bewältigen lernen, ohne dass Sie schwitzen und sich dabei erkälten. Sie werden dadurch freier und unabhängiger gegenüber der Wärme in der Seele und in der Aussenwelt.
Stark ist eine Frau, ein Mann dann, wenn sie oder er viel Wärme erträgt. Gleichsam als Geschenk für ein solches Wärmetraining werden Sie feststellen, dass Sie, wenn es darauf ankommt, auch viel besser der Kälte gegenüber bestehen können, namentlich im Alter.

Wärme ertragen bedeutet Liebe ertragen
Ein Mensch, der sein Leben auf die Zukunft ausrichtet, soll immer mehr auftauen, soll sich immer mehr öffnen für jede Art von Wärme, denn Wärme ist Liebe, und Liebe will ertragen sein.

Ist das Leben nicht nur dann sinnvoll, wenn Gedanken und Meditationen, wie etwa die Folgende über die Sonne, unseren lieben Stern, auch zum Inhalt unseres Lebens werden? Wo es uns gelingt, wie die Sonne zu leben, breitet sich Liebe aus. Was wäre der Sinn des Lebens, wenn nicht die Liebe selbst?

Die Kraft der Liebe erkennen
Viele führen heute ein Leben, das dem Wissen, der Erkenntnis gewidmet ist. Das ist ein guter Weg, denn das Zeitalter ist längst da, wo der Mensch es nötig hat, den klaren Verstand zu betätigen. Andere sagen sich: „Ich will einfach leben, das Leben so entgegen nehmen, wie es kommt, denn das Leben ist sicher viel weiser als alles, was wir uns ausdenken können!“ Ist das nicht auch ein Weg?
Wo aber Liebe, Wissen und Leben zusammentreffen, ist es gut, den Weg zwischen dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis zu suchen und das Selberleben und das Besserwissen zugunsten der Liebe zurückzustellen. Dient das Leben und das Wissen nicht letztlich nur dazu, die Kraft der Liebe zu erkennen, um sie dann zu leben?


Autor: Jürg Reinhard | Ausgabe: 6


Jürg Reinhard ist Arzt, Physiker und Bergführer.

Von ihm stammen auch eine ganze Reihe von
Publikationen:
- Heilung aus dem Kosmos
- Unerhörtes aus der Medizin
- Sanfte Heilpraxis

Bekannt ist er ausserdem durch seine Homöopathische Reiseapotheke.

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